SSV Schulenburg e.V. von 1924
SSV Schulenburg e.V. von 1924  

Gründung des Schützenvereins in Schulenburg

 

In Anknüpfung an mittelalterlichen Notwendigkeiten von Landwehren gründeten sich besonders im erweiterten Zeitbereich um 1900 zahlreiche Schützenvereine mit der Idee, alte Traditionen rund um das Schießen neu aufleben zu lassen. Hierbei trat allerdings der militärische Gedanke weit in den Hintergrund.

 

Nach dem 1. Weltkrieg kamen einige Männer zusammen, um im Jahre 1919 auch in Schulenburg eine Schützengesellschaft ins Leben zu rufen, in dessen Aufgabenbereiche unter anderem auch Organisation und Durchführung von Schützen- und Erntefesten fielen. Gemäß alten Traditionen wurde auf einem Freigelände der beste Schütze als Schützenkönig ermittelt.  

 

Erst fünf Jahre später, 1924, entstand daraus ein Schützenverein, der schon 60 männliche Mitglieder über 18 Jahre zählte. Frauen waren damals noch nicht zugelassen und wurden höchstens als Ehrenjungfrauen auf Festivitäten am Vereinsgeschehen beteiligt. Auch eine Jugendabteilung gab es damals noch nicht. Die meisten Männer kamen aus Schulenburg, sowie einige aus Godshorn im Bereich Schulenburger Mühle.

 

Die Gründer des Vereins waren Heinrich Begemann, Friedrich Bonatz, Heinrich Deiters, Fritz Dörge, Alfred Gödecke, Heinrich Kösel, Heinrich Kohne, Konrad Lathwesen, Richard Matthies, Harry Müller, Heinrich Münkel, Heinrich Schaperjahn, Friedrich Schnehage, und Heinrich Wilke. Erster Vorsitzender war Friedrich Schnehage und Heinrich Schaperjahn sein Stellvertreter

 

Die Zeit vor und nach dem 2. Weltkrieg

Nach dem anfangs der König auf der grünen Wiese ausgeschossen werden musste, wurde zu Beginn der 30er ein KK- Schießstand auf dem Grundstück von Konrad Rust nahe der Gastwirtschaft gebaut. Nun war regelmäßiges Übungsschießen möglich, und die Erfolge stellten sich auch bald ein. Der größte davon war 1939 die Erringung des Begemann- Pokals in Barsinghausen.

 

Eine Vereinsfahne wurde noch im selben Jahr angeschafft und geweiht. Leider ist diese in den Wirren des 2. Weltkrieges zusammen mit vielen Unterlagen verloren gegangen. Auch der Schießstand war nicht mehr nutzbar, sodass an ein Vereinsleben nicht mehr zu denken war und es total zum Erliegen kam.

 

Dieses änderte sich im Jahre 1949, als Friedrich Schnehage den ruhenden Verein neu aktivierte und Herbert Pipho den Vorsitz übernahm. Heinrich Begemann folgte 1952 nach, musste das Amt aber 1954 aus gesundheitlichen Gründen wieder abgeben.

 

1953 wurde eine Jungschützengruppe gegründet. Zum Jugendwart hatte man Heinrich Begemann gewählt. Sonntags hielten etwa 12 – 15 Jungen ihre Schießübungen ab und bald gingen sehr gute Schützen aus der Abteilung hervor. Es wurde, wie auch vor dem Krieg, großer Wert auf Pflege des Brauchtums und der Geselligkeit gelegt. Zudem richtete man auch wieder Schützenfeste sowie Erntedankfeste im Einklang mit der Bevölkerung aus. Die drei ortsansässigen Gastwirte Döpke, Brinkmann und Rust wechselten sich jährlich als Festwirte ab. Später stieß noch Fritz Harenberg dazu.

 

So blieb es dann auch nicht aus, dass wieder eine neue Fahne her musste, denn die alte blieb ja, wie beschrieben, verschwunden. Auf der Generalversammlung am 2.1.1955 beschloss man die Anschaffung. Durch Spenden und Vorauszahlung der Mitgliedsbeiträge konnte die Finanzierung ermöglicht werden. Anlässlich der Fahnenweihe am 19. Mai 1955 durfte man als hohen Gast den damaligen Vizepräsidenten des Deutschen Schützenbundes Hermann Wüstehof in den Reihen begrüßen.

 

Die schulenburger Schützen legten in den 50er Jahren den Grundstein für zahlreiche Erfolge auf Kreis- und Bezirksebenen und standen bei Meisterschaften oft auf den Siegerpodesten. Im damaligen Kreisverband Wedemark-Hannover Nord, seit 1990 Wedemark-Langenhagen, stieg der Schützenverein Schulenburg, so hieß der Verein damals noch, somit zu einem der führenden Vereine auf. Auf Preis- und Pokalschießen waren sie von Walsrode im Norden bis Gronau im Süden als „Abstauber“ bekannt und gefürchtet. Im LG- Schießen gewannen sie seit 1962 über Jahrzehnte hinaus die Grünen Bänder der der Wedemark oder standen zumindest mit auf den Siegertreppchen.

 

Mitverantwortlich an den großen Leistungen zeichnete nicht zuletzt die gute Jugendarbeit unseres „Vaters“ Friedel Dörge, der 1974 eine Jugendmannschaft mit Uta Döpke, Juliane Dörge und Herbert Biester jun. zum 3. Platz auf der Deutschen Meisterschaft führte. Seiner Tochter Juliane gelang 2 Jahre später sogar der Sprung in die Nationalmannschaft und sie reiste mit zur Europameisterschaft nach Paris.

 

Weitere große Zeiten folgten: Deutsche Meisterschaften 1982, 1985, und last but not least unsere Deutschen Meisterinnen 1986 Angelika Schmidt, Martina Transchel und Regina Schenk, deren großer Empfang vielen noch als ein unvergessenes Ereignis des Vereins im Gedächtnis erhalten ist.

 

In den nächsten Jahren startete die Erfolgsmannschaft mit beachtlichen Leistungen in der Bundesliga. Leider war später der Klassenerhalt durch Neuordnung der Rundenwettkampfregeln und Einfügung weiterer Klassen nicht mehr zu schaffen und die Rückstufung nach unten folgte. Dennoch wurden weiterhin bis heute gute Ergebnisse erzielt und so manche Kreismeistertitel errungen und Qualifikationen zu Landesmeisterschaften erreicht. 

 

Nach dem ein Schrumpfungsprozess ab Mitte der 90er bis vor 2010 in der Jugendabteilung sichtbar wurde, mussten neue Wege gefunden werden, um einen größeren Fall aufzuhalten. Dank des guten Jugendbetreuerteams ist das auch gelungen. Heute hat der Verein so viele Kinder im Jüngstenbereich, dass er mit einem Neuaufbau, beginnend mit Lichtpunktschießen, von Grund auf beste Möglichkeiten für die Zukunft hat.

 

Gründung der Damenabteilung

Am 21.7.1956 forderten die Frauen ihr Recht auf Gleichberechtigung ein und gründeten mit 16 Damen eine Schützinnenabteilung, deren Ausbildung Heinrich Begemann übernahm. Erste Damenleiterin wurde Cilli Meyer.

 

Mit der Gründung mochten sich die Männer aber wenig anfreunden. So blieben erst einmal die Damen im Grunde ein Verein im Verein mit eigener Kasse und mussten für die Benutzung der Gewehre Gebühren an die Vereinskasse entrichten. Zehn Jahre dauerte dieser Zustand an, bis sie nach heftigen Diskussionen mit 19 Ja- Stimmen bei 14 Enthaltungen als Vollmitglieder anerkannt wurden.

 

Einige Hürden baute man aber noch auf, denn zunächst Gestattete man den Schützenschwestern nur das Schießen mit dem Luftgewehr. Das konnte man aber auf Dauer nicht aufrecht erhalten, da nach und nach Jungschützinnen in die Damenklasse zustießen und man auch gleichberechtigt das Schießen mit KK- Gewehren verlangte.  

 

Wenn man seinerzeit die Entwicklung der Abteilung geahnt hätte, wären Debatten über aktive Frauen im Schießsport überflüssig gewesen, denn schließlich entwickelten sich in den 80er Jahre einige zu Leistungsfaktoren des Schießsportvereins Schulenburg und belegten Titelplätze auf Deutschen Meisterschaften oder kamen im KK- Schießen auf vordere Ränge.

 

Heute gehört unsere Damenabteilung zum festen Bestandteil und ist aus dem Vereinsleben nicht mehr wegzudenken.

 

Unsere Jugend – unsere Zukunft

In der Jugend liegt die Zukunft! Diese oder ähnliche Worte hat gewiss jeder schon einmal gehört. Viele Schützenvereine tun sich schwer, Jugendliche für den Schießsport zu begeistern. Hinzu kommen die Negativberichte der Medien. Wer von den Erwachsenen sieht da schon gern Waffen in Kinderhänden?

 

Das musste auch der SSV Schulenburg erfahren, denn ab Mitte der 90er Jahre schrumpfte der Bestand an Jugendlichen beträchtlich. Dieser Trend setzte sich über mehr als zehn Jahre lang fort und es galt, den Prozess durch Beschreitung neuer Wege zu stoppen.

 

Seit 2007 liegt die Jugendleitung in den Händen von Volkmar Döpke. Zusammen mit seiner Stellvertreterin Daniela Eggert- Pfannkuchen und der Unterstützung unseres Sportleiters Manfred Voigts ist es ihm gelungen, einen Neuaufbau zu schaffen und die Mitgliederstärke gewaltig auf derzeit 29 Jugendliche zu steigern. Damit steht der SSV zahlenmäßig an der Spitze des Kreisverbandes.

 

Mit viel Einfühlungsvermögen und Ideen versteht es das Team, den Ehrgeiz und das Wettbewerbsdenken der Kinder untereinander zu fördern. Wen wundert es da, dass hier das Geheimnis der sich einstellenden Erfolge zu suchen ist. Inzwischen stehen wieder schulenburger Jungen und Mädchen auf den Siegerpodesten von Kreismeisterschaften und Verbandswettbewerben. Auch Teilnahmen auf Landesmeisterschaften sind inzwischen gang und gäbe. Selbst Qualifikationen zu Deutschen Meisterschaften entsprechen nicht mehr der Utopie.

 

Zur Verwirklichung ihrer Ziele hilft den Betreuern unter anderem die Technik des Lichtpunktschießens. Es ist nun möglich, auf legalem Wege auch Kinder unter zwölf Jahren an den Schießsport heran zu führen. Dabei können bereits den Jüngsten die zusammenhängenden Grundbegriffe von zielen und treffen praktisch vermittelt werden.

 

Insgesamt betrachtet kann unser Verein gelassen in die Zukunft blicken und stolz auf das Erreichte sein.

 

Unser Schützenhaus

In einer außerordentlichen Generalversammlung beschloss man am 22.3.1952 den Bau eines neuen KK- Standes am Roten Weg auf dem Gelände von Paul Döpke. Durch Eigenleistungen und Materialspenden der Mitglieder sowie Geldmitteln der Gemeinde konnte das Vorhaben verwirklicht werden. Die Einweihung fand 1954 statt. Mit dem Luftgewehr wurde weiter auf der Diele bei „Schinken Paul“, wie Paul Döpke auch genannt wurde, geschossen.

 

Unter der Führung von Herbert Pipho, 1962 bis 1980, entschloss man sich 1969 aufgrund der großen Schießerfolge zum Bau einer neuen Schießsportanlage mit eigenem Vereinsheim. Dank vieler großzügiger Spenden und guter Zusammenarbeit mit Gemeinde und Realgemeinde konnte eine für damalige Verhältnisse einzigartige und moderne Anlage errichtet werden. Es wurden 10 kombinierte Bahnen KK 50m und 100m in Verbindung mit 10m für Luftdruckwaffen angelegt. Acht weitere LG/LP- Stände im geschlossenen Raum erlaubten nun alle sportlichen Möglichkeiten. So blieb es dann auch nicht aus, dass die erste Schützenmannschaft in die Landesliga aufstieg.

 

Um den modernen Erfordernissen Rechnung zu tragen, wurde 1998 das Schützenhaus in Eigenleistung mit einem Anbau erweitert. Somit steht uns ein separater Umkleideraum zur Verfügung und eine längst fällige große Küche ermöglicht bessere Vorbereitungen von Festlichkeiten.

 

Alles in allem ist unser Schützenhaus zwar ein kleiner Hort, aber mit besonders heimischer Atmosphäre. Das wurde uns von vielen Seiten schon oft bestätigt.

 

 

 

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